Gerüchte aus Brickania: Das letzte Licht am Weg
Aus verschiedenen Regionen Brickanias erreichen die Chronisten Berichte über ein seltsames Gasthaus.
Mal soll es an einer Waldstraße gestanden haben.
Mal an einem alten Pass in den Bergen.
Und einmal sogar auf einem Weg, den es laut den Karten gar nicht mehr geben dürfte.
Trotz unterschiedlicher Orte beschreiben die Reisenden stets dasselbe Gebäude:
Ein kleines Wirtshaus mit dunklem Fachwerk, warm erleuchteten Fenstern und einem einzelnen Laternenpfahl vor der Tür.
Über dem Eingang soll ein schlichtes Schild hängen, auf dem lediglich geschrieben steht:
„Das letzte Licht am Weg“
Besonders merkwürdig ist jedoch, dass sich niemand an den Namen des Wirtes erinnern kann.
Nicht an sein Gesicht.
Nicht an seine Stimme.
Nicht einmal daran, ob es überhaupt ein Mann oder eine Frau gewesen ist.
Ein Händler aus den Westlanden berichtete:
„Ich weiß noch, dass ich dort gegessen habe. Ich weiß noch, dass das Feuer warm war. Aber jedes Mal, wenn ich an den Wirt denken will, wird alles verschwommen.“
Noch seltsamer:
Mehrere Reisende behaupten, sie hätten dort Menschen getroffen, die eigentlich viele Tagesreisen entfernt hätten sein müssen.
Oder Personen, die längst verstorben sind.
Oder niemals existiert haben dürften.
Am nächsten Morgen jedoch war das Gasthaus stets verschwunden.
Und an seiner Stelle fand sich lediglich ein leerer Weg.

🔮 Ausblick
Ob es sich beim „Letzten Licht am Weg“ um eine alte Legende, eine Täuschung erschöpfter Reisender oder etwas deutlich Geheimnisvolleres handelt, ist bislang ungeklärt.
Dennoch verbreitet sich unter Karawanen und Wanderern inzwischen ein einfacher Rat:
Wenn du nachts eine einsame Laterne an einem Weg stehen siehst, den du nicht kennst …
… dann überlege gut, ob du anklopfen möchtest.
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