Das Braunetzwerk
Das Braunetzwerk entstand nicht durch Gründung, sondern durch Beharrlichkeit.
Schon lange bevor Städte Braurechte vergaben und Zünfte Maß und Qualität regelten, wurde gebraut – in Haushalten, auf Höfen, in Hinterhöfen und in Kellern. Als im späten 3. Zeitalter die städtische Ordnung zunahm und das Brauwesen in feste Bahnen gelenkt wurde, verschwand dieses ältere, alltägliche Brauen nicht. Es zog sich zurück, blieb klein, passte sich an – oder blieb bewusst außerhalb formeller Strukturen.
Im vierten Zeitalter (Krieg um die Krone) tritt dieses Geflecht stärker hervor: Nicht, weil es plötzlich mächtiger geworden wäre, sondern weil Regeln sichtbarer, Kontrollen häufiger und Versorgungspolitik härter geworden sind. Dort, wo Ordnung zu grob, Wege zu lang und Strukturen zu träge werden, bleibt das Braunetzwerk die naheliegende Antwort.
Organisation
Das Braunetzwerk ist keine Gilde.
Es besitzt:
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keine Satzung
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keine Mitgliedschaft
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keinen Rat
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kein Siegel
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keine offizielle Stimme
Was von außen als „Netzwerk“ beschrieben wird, sind in Wahrheit tausend kleine Verbindungen, die je nach Region anders aussehen. Wer dazugehören „soll“, entscheidet niemand. Wer dazugehört, merkt man daran, dass man:
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Rohstoffe bekommt, wenn andere leer sind
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einen Wirt kennt, der einen kennt
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im Notfall Hilfe erhält – oder zumindest keine Fragen
In manchen Gegenden ist das Braunetzwerk dicht und städtisch. In anderen ist es nur eine Handvoll Dorfbrauer, die über Höfe und Wege miteinander verbunden sind.

Ziele
Die meisten Beteiligten würden das Wort „Ziele“ ablehnen. Sie würden sagen:
„Wir brauen. Das reicht.“
Trotzdem lassen sich wiederkehrende Motive erkennen:
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Versorgung im Kleinen (Viertel, Dorf, Randregion)
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Unabhängigkeit im Alltag (nicht erst um Erlaubnis bitten müssen)
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Stabilität durch Nähe (Vertrauen schlägt Siegel)
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Erhalt lokaler Gewohnheiten (Geschmack, Stärke, Zutaten)
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Vermeidung von Sichtbarkeit (klein bleiben ist Schutz)
Das Braunetzwerk ist selten revolutionär. Es ist eher stark durch Gewohnheit.
Betriebe
Das Braunetzwerk besteht nicht aus „Marken“, sondern aus Orten und Menschen. Typisch sind:
Haus- und Hofbrauer
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1–2 Kessel, saisonal oder nach Bedarf
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Brauen für Familie, Nachbarn oder einen Wirt
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meist nicht auf Märkten sichtbar
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schwer zu kontrollieren, weil „eigentlich privat“
Viertelbrauer
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städtische Keller, Hinterhöfe, kleine Werkstätten
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beliefern wenige feste Tavernen
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kennen die Grenzen der Auflagen – und die Gewohnheiten der Prüfer
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sind oft die „unsichtbare Grundversorgung“ eines Viertels
Dorfbrauer
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versorgen ein Dorf oder mehrere Höfe
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werden häufig geduldet, weil Alternativen fehlen
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sind sozial eingebunden (man geht nicht gegen sie vor, ohne Streit zu ernten)
Wirtshausbrauer
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brauen für den eigenen Ausschank
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bewegen sich im Graubereich: mal geduldet, mal kontrolliert
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oft die ersten, die Druck spüren, wenn Regeln verschärft werden
Reisende Brauer
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entlang von Handelswegen, Flüssen und Grenzregionen
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brauen kurzfristig oder helfen aus, wenn Versorgung bricht
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tauchen selten in Büchern auf, aber oft in Erzählungen
Netzwerk
„Netzwerk“ meint hier nicht eine Struktur, sondern Muster:
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Wirtshäuser als Knotenpunkte
Ein Wirt weiß, wer braut, wer liefert, wer knapp wird. -
Lieferwege als Lebensadern
Kleinmengen über Nebenwege, Höfe, Fuhrleute, Flusskähne. -
Wissen als Währung
Kein offizielles Lehrsystem – aber Rezepte, Hinweise, Temperaturen, Zeiten, „Tricks“ wandern mit Menschen. -
Vertrauen als Schutz
Wer betrügt, wird nicht angezeigt – er bekommt einfach keine Hilfe mehr.
Das Braunetzwerk „führt“ sich nicht. Es reagiert.

Biersorten
Das Morgenbier
Morgenbier ist der bekannteste Begriff aus dem Braunetzwerk – und bewusst schlicht.
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meist leicht
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malzig
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oft geringer Alkoholgehalt oder als Malzbier-Variante
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gedacht für Alltag, Arbeit und Versorgung – nicht für Rausch
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regional unterschiedlich, aber als Idee überall verständlich
Wichtig: Morgenbier ist kein einheitliches Rezept und keine Zunftnorm. Es ist eine Kategorie, die man bestellt, weil man weiß, was man ungefähr bekommt: etwas Verlässliches.
„Morgenbier“ bedeutet: Es trägt den Tag, nicht die Stimmung davon.
Weitere typische Sorten (oft namenlos)
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Alltagsbier (leicht, kurz haltbar, häufig gebraut)
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Dunkles Kellerbier (kräftiger, länger gelagert, in Städten beliebt)
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Dünnbier / Schwachbier (sehr leicht, häufig in Haushalten)
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Saisonbier (stark abhängig von Ernte, Wetter, Zutaten)
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Ungelistete Sude (improvisiert, nie konstant, tauchen auf und verschwinden)
Viele dieser Biere haben keinen „Namen“, sondern nur Beschreibungen:
„das dunkle“, „das frische“, „das von gestern“.
Persönlichkeiten
Roven Tal
Viertelbrauer in einer größeren Stadt. Liefert an zwei Tavernen und einen Marktstand. Er ist nicht mutig – nur sehr gut darin, unauffällig zu bleiben.
Maera Holt
Dorfbrauerin in einer Grenzregion. Ihre Sude sind bekannt, weil sie gleichbleibend sind. Man duldet sie, weil man sie braucht.
Tjark
Reisender Brauer. Taucht auf, wenn Versorgung knapp wird, und verschwindet, bevor Fragen entstehen. Er hat kein Schild, keine Werkstatt, nur einen Ruf.
Olden Krug
Ehemaliger Wirtshausbrauer. Braut nicht mehr, aber er „weiß noch, wie es geht“. Er ist der, den man fragt, wenn ein Sud kippt oder ein Prüfer zu neugierig wird.
Gerüchte
Wie bei allem, was nicht sauber in Akten passt, lebt das Braunetzwerk von Gerüchten:
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Es gebe „keine Führung“ – aber jemand wisse immer zuerst Bescheid
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Einige Prüfer der Brauzunft würden Kleinsude absichtlich übersehen
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Morgenbier sei in manchen Regionen sauberer als manches Zunftbier (weil es sofort auffällt, wenn es schlecht ist)
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Bestimmte Rezepte würden nur mündlich weitergegeben und nie aufgeschrieben
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Man sagt, ein Teil des Braunetzwerks könne die Versorgung ganzer Viertel binnen Tagen umstellen, wenn es muss
Nichts davon ist beweisbar. Vieles davon ist glaubwürdig genug, um Wirkung zu haben.
Beziehungen
Zur Großen Brauzunft von Brickania
Dauerhaft gespannt, selten offen. Die Zunft steht für Ordnung, Standardisierung und Kontrolle. Das Braunetzwerk für Nähe, Gewohnheit und regionale Vielfalt. Konflikte laufen meist über Auflagen, Kontrollen und Ausschankrechte – selten über offene Verbote.
Zur großen unabhängigen Brauerei
Ambivalent. Man respektiert ihre Effizienz und Reichweite, fürchtet aber ihre Macht im Markt. Einige Betriebe liefern zu oder kaufen ein, andere meiden sie bewusst, weil sie „zu groß“ ist, um neutral zu bleiben.
Zum Händlerbund
Pragmatisch. Der Händlerbund liefert Rohstoffe auch an kleine Betriebe – solange Mengen klein bleiben und es keine sichtbare Konkurrenz zu großen Verträgen wird. Der Händlerbund liebt Verlässlichkeit; Herkunft ist zweitrangig.
Zur Handelsgesellschaft Brickanias
Distanziert bis misstrauisch. Die Handelsgesellschaft denkt in Routen, Mengen und Kontrolle. Das Braunetzwerk denkt in Vierteln, Dörfern und Alltag. Wo die Handelsgesellschaft auftaucht, wird das Braunetzwerk vorsichtiger.
Zur Weißen Kirche
Meist neutral. Morgenbier gilt als Alltagsgetränk. Konflikte entstehen eher dort, wo Ausschank und Tavernenleben ausufern – nicht wegen des Bieres selbst.
Zur Kirche des Lichts
Skeptischer, aber nicht pauschal feindlich. Die Kirche des Lichts kritisiert häufig das Umfeld der Tavernen (Trägheit, Ablenkung, Unruhe), nicht unbedingt das Getränk. In Regionen mit starkem Einfluss der Kirche wird das Braunetzwerk oft stiller, nicht kleiner.
Fazit
Das Braunetzwerk ist keine Gegenmacht im klassischen Sinne. Es ist eine gewachsene Parallelstruktur, die dort existiert, wo formale Ordnung zu grob ist, um den Alltag zu tragen.
Seine Stärke liegt nicht in Titeln oder Siegeln, sondern in:
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Nähe
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Vertrauen
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Reaktion
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Gewohnheit
Morgenbier ist sein bekanntestes Zeichen: nicht Prestige, nicht Propaganda – sondern Versorgung. Und genau deshalb ist das Braunetzwerk im vierten Zeitalter so relevant: Es zeigt, dass Macht nicht nur in Burgen, Räten und Verträgen steckt, sondern auch in dem, was jeden Tag eingeschenkt wird.
Exkursion: Bier im Mittelalter
Bier war im Mittelalter weit mehr als ein Genussmittel. Es war Nahrung, Handelsware, Lohnbestandteil und ein entscheidender Faktor für Stadtwachstum und Stabilität.
Diese Exkursion beleuchtet historische Braurechte, Zünfte, klösterliches Brauwesen und den Alltag rund um das Bier – und zeigt, wie diese Strukturen die Grundlage für die Braugilden Brickanias bilden.
Gilden & Organisationen
Gilden & Organisationen sind die unsichtbaren Kräfte hinter den offenen Konflikten von Krieg um die Krone. Sie lenken Handelsströme, verbreiten Wissen oder Gerüchte – und beeinflussen Entscheidungen, lange bevor Schwerter gezogen werden.
Ob im Verborgenen oder offen agierend: Gilden können entstehen, wachsen, zerfallen oder verschwinden. Ihre Netzwerke eröffnen besondere Spielaktionen, strategische Vorteile und neue Wege, den Verlauf der Kampagne zu verändern – oft subtil, manchmal entscheidend.
Nicht jede Macht trägt eine Krone.
Es gibt zahlreiche Gilden & Organisationen, während des Spiels können neue entstehen, als auch bereits vorhandene wieder verschwinden. Die Gründe sind vielfältig ;-)
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