Kult der Verschlungenen
Der Kult der Verschlungenen gehört zu jenen Organisationen Brickanias, über die viel gesprochen, aber wenig gesichert gewusst wird. Für die meisten Menschen ist er kein offen auftretender Orden, sondern ein Gerücht, das in Hafenstädten, Tavernen und unter Seeleuten weitergetragen wird. Manche halten ihn für eine alte Seemannssage, andere für eine elbische Sekte, wieder andere für ein Hirngespinst der Kirche – doch jene, die ihm tatsächlich begegnet sind, zweifeln nicht an seiner Existenz.
Der Kult ist sehr alt. Seine Ursprünge werden im elbischen Raum vermutet, vermutlich noch vor dem endgültigen Rückzug vieler elbischer Reiche aus den Küstenregionen. Erst Mitte des 3. Zeitalters taucht der Kult in vereinzelten Chroniken, Gerichtsakten und Berichten von Stadtschreibern auf – nicht als geschlossene Organisation, sondern als lose verbundene Gruppen mit ähnlichen Symbolen, Ritualen und Überzeugungen.
Der Blaue Schleier
Zentraler Mythos des Kultes ist der sogenannte Blaue Schleier.
Was genau damit gemeint ist, darüber existieren selbst innerhalb des Kultes unterschiedliche Auslegungen.
Für Außenstehende ist der Blaue Schleier:
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eine Metapher für den Nebel über dem Meer
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ein Bild für das Vergessen
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oder eine elbische Umschreibung für den Einfluss der Chaosmächte
Nach Aussagen ehemaliger Kultanhänger – deren Glaubwürdigkeit jedoch umstritten ist – beschreibt der Blaue Schleier einen Zustand Brickanias, in dem die Welt langsam vom Chaos durchdrungen wird. Nicht gewaltsam, nicht zerstörerisch, sondern schleichend, verbindend, alles umfassend.
Erst wenn Brickania vollständig vom Blauen Schleier umgeben sei, könne der Verschlinger erscheinen.
Der Verschlinger
Der Verschlinger ist kein Gott im klassischen Sinne. Er besitzt keinen weithin bekannten Namen, kein Abbild, keine festgeschriebene Gestalt.
Der Kult beschreibt ihn nicht als Zerstörer, sondern als Vollender.
Als Wesen, das Welten nicht vernichtet, sondern in sich aufnimmt.
Kirchliche Schriften sprechen vom Verschlinger meist nur indirekt, oft als „chaotische Fehlinterpretation elbischer Ursprungsmythen“. Dennoch existieren im Archiv des Brickaniums mehrere Texte, die darauf hindeuten, dass ähnliche Vorstellungen bereits in sehr alten elbischen Fragmenten auftauchen – lange vor dem Aufkommen menschlicher Reiche.

Verbreitung und Einfluss
Ursprünglich elbischer Herkunft, ist der Kult heute vor allem unter Menschen verbreitet.
Nicht aus Überzeugungskraft, sondern aus schlichter Masse.
Bei Alben und Elben gilt der Kult als:
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alt
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ritualisiert
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streng kontrolliert
Bei Menschen hingegen zeigt er sich:
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wandelbarer
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fanatischer
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deutlich aktiver
Besonders stark ist der Kult in Hafenstädten, Küstenregionen und alten Handelszentren vertreten. Seine Tempel liegen selten offen sichtbar, sondern befinden sich meist:
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unterhalb alter Lagerhäuser
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in versunkenen Docks
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in umgebauten Katakomben
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oder tief unter der Erde, nahe des Wassers
Die blauen Kutten des Kultes werden kaum öffentlich getragen. Sichtbar werden sie fast ausschließlich:
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innerhalb der Tempel
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bei abgeschlossenen Ritualen
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oder wenn der Kult offen als Gegner auftritt
Wahrnehmung durch Volk und Institutionen
Das einfache Volk kennt den Kult besser als der Adel.
Vor allem Seeleute, Fischer und Hafenarbeiter sprechen von:
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seltsamen Lichtern unter der Wasseroberfläche
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nächtlichen Gesängen
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verschwundenen Personen, die „verändert“ zurückkehren
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oder Schiffen, die nach Begegnungen mit Kultisten nie wieder dieselben waren
Der Adel hingegen hält den Kult meist für:
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übertrieben
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lokal begrenzt
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oder ein Werkzeug rivalisierender Mächte
Die Kirche zweifelt offen an seiner Bedeutung. Offizielle Stellungnahmen sprechen von Einzelfällen, Aberglauben oder bewusster Panikmache.
Anders sieht es beim Schwarzen Netzwerk und dem Brickanium aus. Beide Organisationen bestätigen intern die Existenz des Kultes und stufen ihn als potenziell weltgefährdend ein – auch wenn belastbare Erkenntnisse rar sind.
Gerüchte und Flüstern über den Kult der Verschlungenen
Über den Kult der Verschlungenen existieren kaum gesicherte Berichte. Stattdessen kursieren Gerüchte, oft widersprüchlich, meist weitergetragen von jenen, die nahe am Wasser leben oder mit ihm ihr Gold verdienen.
Man sagt …
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… dass Kultisten keine Namen verlieren, sondern sie bewusst ablegen. Manche behaupten, wer lange genug bei ihnen bleibt, erinnere sich irgendwann nicht mehr daran, wie er früher hieß.
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… dass in manchen Hafenstädten alte Karten plötzlich falsch sind. Kais, die früher existierten, fehlen. Andere tauchen auf, wo nie welche waren.
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… dass der Kult keine Kinder aufnimmt – und doch sieht man manchmal junge Gestalten, die älter wirken, als sie sein dürften.
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… dass einige verschwundene Seeleute Jahre später zurückkehren, verändert, schweigsam, mit salzverkrusteten Stiefeln – und sich weigern, jemals wieder ein Schiff zu betreten.
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… dass der Blaue Schleier bereits existiert, unsichtbar für die meisten, aber spürbar für jene, die „verschlungen“ wurden.
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… dass der Verschlinger nicht kommen wird, solange Brickania kämpft – und dass der Kult deshalb kein Interesse an Siegen oder Niederlagen hat.
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… dass der Kult schon ganze Hafenviertel gerettet haben soll – und dass genau diese Viertel heute seltsam still sind.
Keines dieser Gerüchte lässt sich eindeutig belegen.
Doch fast jede Hafenstadt kennt mindestens eines davon.
Persönlichkeiten des Kultes (bekannt durch Gerüchte)
Der Kult der Verschlungenen besitzt keine offen bekannte Hierarchie. Dennoch kursieren Namen – oder Fragmente davon.
Aelion
Ein Name, der in verschiedenen Hafenstädten unabhängig voneinander auftaucht.
Manche halten ihn für einen Hohen Priester, andere für eine Symbolfigur. Ob es sich um eine einzelne Person oder einen Titel handelt, ist unklar.
Seris
Wird häufig in Verbindung mit elbischen Ritualen genannt. Angeblich spricht Seris selten, kennt jedoch alte Sprachen, die selbst unter Elben als verloren gelten.
Thyren
Ein Name, der vor allem im Zusammenhang mit Menschen genannt wird. Ihm wird nachgesagt, den Kult stark unter den Küstenreichen verbreitet zu haben. Ob Thyren noch lebt, ist unbekannt.
Die Blaue Stimme
Kein Name, sondern eine Bezeichnung. Mehrere Quellen berichten von einer Gestalt, die bei bestimmten Ritualen spricht – stets verborgen, stets ruhig, stets ohne erkennbare Emotion.
Ein Schatten über Brickania
Der Kult der Verschlungenen ist kein offener Feind.
Er führt keine Kriege, erhebt keine Banner und beansprucht keine Länder.
Und genau darin liegt seine Gefahr.
Denn während andere Mächte um Kronen, Territorien und Einfluss kämpfen, arbeitet der Kult an etwas Größerem:
der Vorbereitung Brickanias auf das, was kommen soll, wenn der Blaue Schleier sich endgültig senkt.
Fazit: Eine Gefahr, die nicht angreift
Der Kult der Verschlungenen ist keine Macht, die Brickania offen herausfordert.
Er erhebt keine Ansprüche, ruft keine Kriege aus und fordert keine Loyalität.
Und genau darin liegt seine größte Bedrohung.
Während Reiche fallen, Könige sterben und Gilden um Einfluss ringen, arbeitet der Kult im Hintergrund – geduldig, alt und überzeugt davon, dass Zeit auf seiner Seite steht. Er wartet nicht auf den richtigen Moment. Er bereitet ihn vor.
Ob der Blaue Schleier eine Legende ist oder ein tatsächlicher Zustand der Welt, weiß niemand mit Sicherheit. Doch selbst seine Zweifler müssen eingestehen: Zu viele Spuren, zu viele übereinstimmende Berichte, zu viele verlorene Orte sprechen dagegen, den Kult als bloßen Aberglauben abzutun.
Vielleicht wird der Verschlinger niemals erscheinen.
Vielleicht ist er längst da.
Und vielleicht ist Brickania schon tiefer verschlungen, als es sich selbst eingestehen möchte.
Gilden & Organisationen
Gilden & Organisationen sind die unsichtbaren Kräfte hinter den offenen Konflikten von Krieg um die Krone. Sie lenken Handelsströme, verbreiten Wissen oder Gerüchte – und beeinflussen Entscheidungen, lange bevor Schwerter gezogen werden.
Ob im Verborgenen oder offen agierend: Gilden können entstehen, wachsen, zerfallen oder verschwinden. Ihre Netzwerke eröffnen besondere Spielaktionen, strategische Vorteile und neue Wege, den Verlauf der Kampagne zu verändern – oft subtil, manchmal entscheidend.
Nicht jede Macht trägt eine Krone.
Es gibt zahlreiche Gilden & Organisationen, während des Spiels können neue entstehen, als auch bereits vorhandene wieder verschwinden. Die Gründe sind vielfältig ;-)
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