LEGO Smart Play System & Smart Bricks
Warum interaktive Steine kein Verrat am Brettspiel sind – sondern ein logischer nächster Schritt
Mit dem LEGO Smart Play System und den neuen Smart Bricks betritt LEGO einmal mehr Neuland. Obwohl bislang nur wenige Pressebilder und kurze Funktionsvideos existieren, wird die Entwicklung – insbesondere wegen des Starts in der Themenwelt LEGO Star Wars – in Teilen der Community bereits kritisch bis ablehnend diskutiert.
Dabei lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und weniger über einzelne Sets zu sprechen – sondern über das System dahinter. Denn genau dort liegt das eigentliche Potenzial, nicht nur für LEGO, sondern auch für moderne Brett-, Tabletop– und Klemmbaustein-Spiele.
Was ist das LEGO Smart Play System überhaupt?
Nach aktuellem Stand (u. a. aus den Berichten von StoneWars) handelt es sich beim Smart Play System um ein modulares Baukastensystem, bei dem einzelne Steine mit Technik ausgestattet sind – darunter:
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integrierte RFID-Elemente
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einfache Sensorik
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Licht- und Soundfunktionen
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physische Interaktion ohne klassische Controller
Wichtig dabei:
Das System ist kein reines App-Spiel und kein Bildschirmersatz. Es bleibt fest im physischen LEGO-System verankert und ergänzt dieses lediglich um neue Reaktionsmöglichkeiten.
Was ist ein LEGO Smart Brick?
Ein LEGO Smart Brick ist ein speziell entwickelter LEGO-Stein, der elektronische Komponenten direkt im Baustein vereint. Dazu gehören – je nach Ausführung – RFID-Elemente, Sensorik sowie Licht- und Soundfunktionen, die auf physische Aktionen reagieren können. Der Smart Brick bleibt dabei vollständig in das bekannte LEGO-Bausystem integriert und ist mit klassischen LEGO-Steinen kombinierbar.
Im Gegensatz zu früheren LEGO-Techniklösungen steht beim Smart Brick nicht die Programmierung oder App-Steuerung im Vordergrund, sondern die unmittelbare Interaktion: Der Stein erkennt, was mit ihm passiert, und reagiert direkt darauf. Öffnet sich eine Tür, betritt eine Spielfigur einen Bereich oder wird ein Objekt bewegt, kann der Smart Brick ein Ereignis auslösen – etwa ein Geräusch, ein Lichtsignal oder eine gespeicherte Zustandsänderung.
Gerade im Kontext von Brett- und Tabletop-Spielen eröffnet der LEGO Smart Brick neue Möglichkeiten. Spielzustände lassen sich physisch im Spielmaterial abbilden, ohne dass zusätzliche Marker, Karten oder permanente Bildschirmnutzung nötig sind. Damit eignet sich der Smart Brick besonders für modulare Spielsysteme, bei denen Aufbau, Interaktion und Atmosphäre im Mittelpunkt stehen.
Warum reagiert ein Teil der Community so skeptisch?
Die ablehnende Haltung hat weniger mit dem System selbst zu tun, sondern mit Erfahrungen aus der Vergangenheit:
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Angst vor kurzlebigen Plattformen
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Skepsis gegenüber Apps und Abhängigkeiten
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Sorge, dass „klassisches Spielen“ verdrängt wird
Gerade im AFOL- und Tabletop-Bereich wird oft befürchtet, dass Interaktivität automatisch bedeutet, dass das Spiel weniger haptisch oder weniger eigenständig wird.
Doch genau diese Gleichsetzung greift zu kurz.
Hybrid heißt nicht: digital statt physisch
Moderne Brettspiele zeigen seit Jahren, dass hybride Konzepte funktionieren – wenn sie richtig eingesetzt werden.
Der entscheidende Unterschied liegt hier:
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❌ Das Spiel findet im Bildschirm statt
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✅ Der Bildschirm unterstützt das Spiel am Tisch
Beim Smart Play System reagieren Steine auf Aktionen, nicht umgekehrt.
Das Spiel bleibt sichtbar, greifbar und nachvollziehbar – nur die Welt reagiert stärker
Was bedeutet das für Brettspiele aus dem Klemmbaustein-Bereich?
Gerade hier entfaltet das System seine größte Stärke.
Bei modularen Spielen wie BrickQuest oder vergleichbaren Projekten ergeben sich neue Möglichkeiten:
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Türen, die beim Öffnen knarzen
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Truhen, die sich ihren Zustand merken
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Räume, die Ereignisse auslösen, wenn sie erstmals betreten werden
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NSC-Stimmen, die Atmosphäre schaffen, ohne Text vorzulesen
Das Entscheidende:
Keine dieser Funktionen ist zwingend notwendig.
Sie verstärken lediglich das, was ohnehin schon da ist.
Weniger Verwaltung, mehr Spielwelt
Ein oft unterschätzter Vorteil interaktiver Steine ist die Entlastung der Spieler:
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weniger Marker
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weniger Zustandsnotizen
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weniger Regel-Overhead
Stattdessen:
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klare physische Auslöser
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nachvollziehbare Reaktionen
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konsistente Spielzustände
Das Spiel wird nicht einfacher – sondern flüssiger.
Warum solche Systeme die Zukunft sind – ohne Tradition zu brechen
Brett- und Tabletop-Spiele waren nie statisch.
Sie haben sich immer weiterentwickelt:
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Miniaturen ersetzten Marker
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modulare Spielpläne ersetzten feste Bretter
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Kampagnen ersetzten Einmalpartien
Interaktive Elemente sind keine Revolution, sondern die nächste logische Erweiterung.
Solange gilt:
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kein Zwang
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keine Pflicht-App
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keine Ablösung des physischen Spiels
fühlt sich das nicht nach Verrat an – sondern nach Werkzeug.
Fazit: Ein System, kein Ersatz
Das LEGO Smart Play System ist kein Angriff auf klassisches Spielen.
Es ist ein Baukasten, der – richtig genutzt – neue Ebenen von Atmosphäre, Komfort und Immersion ermöglicht.
Ob man diese Möglichkeiten nutzt, bleibt weiterhin eine bewusste Entscheidung.
Und genau darin liegt seine Stärke.
Warum ich hybride Brettspiele bewusst nutze
Ich bin ein großer Fan von physischen Brett- und Tabletop-Spielen.
Ich mag echtes Material auf dem Tisch, greifbare Spielfiguren, Karten, Würfel und Steine.Genau deshalb kombiniere ich diese Spiele ganz bewusst mit digitalen Elementen.
Für mich ist ein Tablet, ein Notebook oder ein Bildschirm kein Ersatz für das Spiel, sondern ein Werkzeug.
So wie früher Spielleiter, Regelbücher oder Szenarien vorgelesen haben, können heute Sound, Licht oder eine visuelle Questbeschreibung dabei helfen, Atmosphäre zu schaffen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.
Ich nutze digitale Unterstützung nicht, um Regeln zu verstecken oder Entscheidungen abzunehmen – sondern um:
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weniger zu verwalten
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mehr in der Spielwelt zu sein
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und den Fokus auf das gemeinsame Erlebnis zu legen
Wenn eine Tür knarzt, ein Raum reagiert oder ein NSC eine Stimme bekommt, fühlt sich das für mich nicht nach „Digitalisierung“ an, sondern nach lebendiger Welt.
Wichtig ist mir dabei immer:
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Das Spiel funktioniert auch ohne Technik.
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Die Technik ist optional.
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Der Tisch bleibt der Mittelpunkt.
Hybride Systeme sind für mich kein Verrat an klassischen Brettspielen –
sie sind eine zeitgemäße Erweiterung, die das Physische respektiert, statt es zu verdrängen.
Quellen & weiterführende Informationen
Die in diesem Artikel beschriebenen Informationen zum LEGO Smart Play System und den Smart Bricks basieren auf öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen sowie journalistischen Berichten und Einordnungen.
Offizielle Quelle von LEGO
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Innovation: LEGO Smart Play
https://www.lego.com/de-de/smart-play/article/innovation
(offizielle Vorstellung und Einordnung des Smart Play Ansatzes durch LEGO)
Unabhängige Berichterstattung & Einordnung
Zusätzliche Details, Screenshots und erste Analysen stammen aus den sehr gut recherchierten Artikeln von StoneWars:
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LEGO Smart Play System & Smart Brick – erste Infos
https://www.stonewars.de/news/lego-smart-play-system-smart-brick-infos/ -
Vorstellung: LEGO Smart Brick System offiziell vorgestellt
https://www.stonewars.de/news/vorstellung-lego-smart-brick-system-vorgestellt/
StoneWars zählt seit vielen Jahren zu den zuverlässigsten deutschsprachigen LEGO-News-Seiten und bietet eine sachliche Einordnung jenseits von Marketingmaterial.
Transparenz-Hinweis
Hinweis: Die im Artikel beschriebenen Einsatzmöglichkeiten für Brett-, Tabletop- und Klemmbaustein-Spiele – etwa im Kontext von BrickQuest – stellen konzeptionelle Überlegungen und Zukunftsszenarien dar. Sie gehen bewusst über die aktuell von LEGO bestätigten Funktionen hinaus.
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